Beginnt ein neues Zeitalter mit SAP EPM 10

Seit einigen Monaten hat das Warten ein Ende. Seit April diesen Jahres  steht die neue Planungs- und Konsolidierungslösung der SAP, EPM 10 offiziell zur Verfügung. Abgelöst bzw. ersetzt wird damit die Vorversion SAP BPC 7.5.

Was ist eigentlich aus den BPC Versionen 8 und 9 geworden? SAP BPC ist Bestandteil der EPM – Enterprise Perfomance Management Suite (siehe Abb.1). Weitere Bestandteile dieser Suite sind beispielsweise das SAP Strategy Management (SSM) oder das SAP Profitability and Cost Management (PCM) um nur zwei Weitere zu nennen. Während diese Beiden einzeln in die Suite integriert wurden - sich das neue BPC Release aber mit diesen Tools überschnitt, hat man mit der neuen Namensgebung zu EPM und dem Release 10 den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden.

Abb.1: Business Analytics Solutions (Quelle SAP AG)

BPC Kunden, die bisher auf Microsoft Basis geplant haben und auf EPM 10 umsteigen wollen, müssen sich keine Sorgen machen. EPM10 gibt es weiterhin auch für Microsoft. Kunden, die auf SAP NetWeaver planen, müssen jedoch die neuen Requirements beachten – mindestens ein SAP NW 7.3 System. Ein zusätzlicher Fortschritt ist, dass der bisherige .NET Server nicht mehr benötigt wird. Die Standardauthentifizierungen laufen zudem nicht mehr über die Active Directory, sondern werden über das SAP NW User Management verwaltet.

Als erstes wird vielen Anwendern auffallen, dass sich an der Oberfläche etwas geändert hat. Das ist richtig, denn seit EPM 10 findet sogar der Admin Client Zugriff nur noch über einen Web-Interface statt, und das Excel Add Inn geht hinsichtlich der Erstellung und Verwaltung der Eingabe- und Berichtsmappen völlig neue Wege. 

Kommt mit der neuen Version auch eine neue Namensgebungen? Selbstverständlich. Hier sind einige Begriffe und Veränderungen aufgelistet:

SAP BPC 7.5

SAP EPM 10

Applications

Models

Appset

Environment

Script Logic

Logic Script

System Report Settings

Audit Report Settings

Work Status Settings

Work Status Settings

Validation Rules

Control Settings

 

Einige von Ihnen haben sicherlich den Lebens- und Entwicklungszyklus dieses Planungstools beobachtet. Zu Entstehungszeiten noch als Outlooksoft bekannt, wurde diese 2007 von der SAP übernommen. Seit der Übernahme ist seitens der SAP viel Energie in die Entwicklungsarbeit geflossen. Ging es zu Beginn vor allem um Schnittstellen und Anbindungen, hat sich dies bis zur Integration in Ihr ganzheitliches Portfolio entwickelt. Nachdem die Integration in die NetWeaver Plattform abgeschlossen war, schien sich das Tool auch immer besser bei den Kunden zu etablieren. Mit dem Release auf HANA wird es EPM10 sicherlich schaffen, einen zusätzlichen Schub nach vorne zu machen.

Während dieser gesamten Entwicklungszeit in den vergangenen Jahren gab es beim Konkurrenten Oracle wohl eine kleine Verschnaufpause. Was seit 2010 bereits vermutet wurde, ist nun von offizieller Seite bestätigt worden - die Weiterentwicklung von Hyperion Enterprise ist eingestampft (http://prlog.org/10759379).  Doch wie wird es weiter gehen mit Hyperion Financial Management (HFM), dem Ablöseprodukt? (…Details/Support…) Für eine große Anzahl von Hyperion-Kunden steht wohl ein Tool Wechsel in naher Zukunft an. Gerade Kunden, die Ihre Finanzbuchhaltung bereits in SAP vorhalten, liebäugeln mit EPM und der engen Integration der SAP Business Intelligence Strategie. Planung, Budgetierung, Forecasting und Konsolidierungs-Möglichkeiten geschnürt in einem Produkt stehen bei vielen Kunden auf der Agenda weit oben, bei denen zudem die wichtigen Rechnungslegungsstandards wie beispielsweise IFRS und Solvency hinterlegt werden können.

Autor: Herr Tharakan
ptharakan@polygon-solutions.de